Digitalisierung: Senioren wollen mitmachen, sind aber auch verunsichert

«Digitalisierung» ist eines der häufigsten Schlagworte der heutigen Zeit. Kein Wunder: Immer mehr Verrichtungen des Alltags werden mit PCs, Tablets und Smartphones und über das Internet abgewickelt. Ob beim Einkaufen, für Behördengänge, den Zahlungsverkehr oder einfach, um von Mensch zu Mensch zu kommunizieren.

Ist die Digitalisierung schon bei allen angekommen?

Seniorinnen und Senioren müssten diese Frage eigentlich (und vorerst noch) mit «Jein» beantworten. Denn natürlich gibt es nach wie vor betagte Damen, die keine Bezahlkarten mit Pin-Code besitzen. Sie heben ihr Geld am Bankschalter ab und gehen dann mit dem gelben Einzahlungsbüchlein zur Post. Auch gibt es rüstige Rentner, die noch nie einen Computer besessen, geschweige denn verwendet haben. Viele ältere Menschen haben nicht einmal ein Handy, und schon gar keines mit Internetzugang. Und dies oft einfach, weil sie technisch damit nicht klarkommen.

Doch solche Leute werden langsam, aber sicher rarer hierzulande. Denn das Interesse von Seniorinnen und Senioren an der Digitalisierung wächst stetig. Diese bringt ja auch viele Vorteile mit sich.

Digitale Themen interessieren Senioren sehr

Gemäss der letzten nationalen Studie «Digitale Senioren» von Pro Senectute und der Universität Zürich aus dem Jahr 2015 waren bereits damals mehr als die Hälfte der Senioren regelmässig im Internet unterwegs. Zwischen 2010 und 2015 stieg ihr Anteil um fast 50 Prozent. Inzwischen dürfte er nochmals deutlich höher liegen. Und viele der befragten Personen besitzen inzwischen ein eigenes Handy. Die Pro Senectute schätzt, dass heute sogar über 80 Prozent der Personen im Pensionsalter über Mobiltelefon oder Smartphone verfügen.

Das Internet wird gern genutzt, aber unterschiedlich

Verwendet wird das Handy vor allem für die private Kommunikation, auch über gängige Dienste «für die Jungen» wie WhatsApp. Ebenfalls oft konsultieren ältere Menschen Fahrpläne und Stadtkarten zur Orientierung über das Handy oder Tablet, auch unterwegs. Für E-Banking oder Einkäufe hingegen kommt eher der PC zu Hause zum Einsatz. Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter oder Instagram interessieren (noch) nicht sehr stark. Beliebt, vor allem bei Seniorinnen, sind dafür Spiele, Rätsel, Sudokus und dergleichen. Ältere Männer wiederum nutzen das Handy, um sich über das aktuelle Weltgeschehen zu informieren.

Die Technik kann ältere Menschen überfordern

Das Kursangebot von Pro Senectute belegt denn auch, wie gross das Interesse von Seniorinnen und Senioren an digitalen Themen heute ist. Rund 9000 Kurse für den Umgang mit Tablets, Computern und anderen Geräten organisiert die Organisation pro Jahr in der Schweiz. Allerdings wird dort schon auch sehr viel Technik vermittelt, denn ohne diese geht es halt nicht. Doch was viele jüngere Internet- und Handy-Nutzer fasziniert und motiviert, bremst und überfordert die älteren Semester oft. Sie wollen zwar den Anschluss an die digitale Welt schaffen, können aber mit dem Tempo nicht mithalten. Und damit ist auch das Tempo eines Internet- oder Computerkurses gemeint.

Ängste und Unsicherheiten müssen respektiert werden

Nicht ganz zu Unrecht haben Seniorinnen und Senioren auch Vorbehalte, was die Segnungen der Digitalisierung anbetrifft. Selbst jüngere Menschen kapitulieren ja manchmal vor der «schon wieder geänderten» Bedienung von Billettautomaten oder Bancomaten. Wie ist es da erst mit einem hochmodernen Tablet oder Smartphone für jemanden, der in seinem langen Leben noch nie an einem Computer gesessen hat? Es gibt viele Ängste, etwas kaputtzumachen oder irgendwohin zu geraten, wo man nicht mehr herauskommt. Auch werden Seniorinnen und Senioren immer wieder Opfer von hinterhältigen Betrügern, die weltweit ihr Unwesen treiben. Wo? Natürlich im Internet.

All dem gilt es Rechnung zu tragen, wenn ältere Menschen für die Digitalisierung fit gemacht werden. Eines ist aber klar: Seniorinnen und Senioren wollen dabei sein, und sie können es. Man mag Sie noch so als «Handy-Omas» und «PC-Gruftis» belächeln, aber sie gehören noch lange nicht zum alten Eisen. Ob online oder offline.

Haben Sie Fragen zum Thema Digitalisierung allgemein? Oder benötigen Sie Hilfe bei der Bedienung Ihres Handys, Tablets, Smartphones oder PC? Gerne stehe ich Ihnen zur Seite und freue mich auf Ihre Anfrage.

Interessante Artikel zum Thema Digitalisierung und Senioren:

https://www.prosenectute.ch/de/dienstleistungen/publikationen/studien/digitale-senioren.html
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digitalisierung-im-alter-internetnutzung-der-senioren-16432678.html
https://www.nzz.ch/meinung/digitalisierung-bitte-die-alten-nicht-vergessen-ld.1520573
https://www.derbund.ch/weiterbildung/digitale-senioren/story/23699661

2020-03-26T12:30:03+00:00

Über den Autor:

Christine Thaddey
Ich bin private Seniorenbetreuerin und ganz nach Wunsch meiner Kundinnen und Kunden Buchhalterin, Chauffeuse, Eventmanagerin, Köchin, Sekretärin, Unterhalterin und noch viel mehr. Rufen Sie mich gleich jetzt an 041 810 01 18 oder schreiben Sie mir ein E-Mail. Sagen Sie mir ungeniert, wo Sie persönlich der Schuh drückt und ich zeige Ihnen gerne, wie ich Ihnen bei kleineren und grösseren Problemen helfen kann.

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