Roboter als Seniorenbetreuer – mehr (Science) Fiktion als Realität?

Was im Fernen Osten, vor allem im technikverliebten Japan, bereits seit einigen Jahren Realität ist, wird auch in der Schweiz zum Thema: RoboCare. Roboter könnten in der Betreuung und Pflege älterer Menschen in Zukunft eine grosse Rolle spielen. Man kennt die Bilder aus den Medien: Der weisse Robo-Butler mit den lieben grossen Augen, der im Aufenthaltsraum des Seniorenheims das Publikum mit angenehmer Synthetikstimme unterhält und Konversation macht. Oder die kleine Plüsch-Robbe, die an Demenz erkrankte Menschen bei guter Laune hält.

Und tatsächlich: Solche elektronischen «Helferlein» wären sicher auch in der Schweiz willkommen. Denn der Pflegenotstand hierzulande ist gross – es mangelt vielerorts an (menschlichem) Fachpersonal. Auch scheint es bei den Betreuungs- und Pflegebedürftigen keine grossen Bedenken zu geben. So ergab eine im Oktober 2019 veröffentlichten Altersstudie der Universität Basel, dass es für Betagte wichtig ist, weiterhin zu Hause wohnen zu können. Und: Sie würden sich dafür sogar von einem Roboter pflegen lassen.

Was verspricht die Technik?

Allzu hoch darf man die Erwartungen an Roboter in der Betreuung und Pflege aber nicht setzen. So weit, wie in vielen Kinofilmen und Fernsehserien gezeigt, ist die technische Entwicklung dann doch noch nicht – und wohl noch sehr lange nicht. Hier hat die Tricktechnik von Hollywood viel grössere Sprünge gemacht als die Robotik (die Wissenschaft der Roboterforschung). Doch ja, Roboter kommen heute, wie eingangs beschrieben, bereits da und dort zum Einsatz. Zum Beispiel als sogenannte Beziehungsroboter. Sie haben die Form pelziger Kuscheltiere und sind in der Lage, Zuwendung und Liebe sowohl entgegenzunehmen als auch bis zu einem gewissen Grad zu erwidern. Dies tun sie inzwischen recht verblüffend gut, weil sie nicht nur sehr naturnah aussehen, sondern auch sich bewegen und Laute von sich geben können wie ein echtes Haustier. Mit dem positiven Unterschied, dass sie nie müde werden oder ihre gute Laune verlieren.

Roboter sollen den Menschen dienen

Eine weitere Kategorie von Robotern ist heute heftig in der Entwicklung begriffen. Diese Roboter sollen dazu dienen, ältere Menschen in ihrer Selbständigkeit (wenn möglich zu Hause) zu unterstützen. Man könnte sie als Service-Roboter bezeichnen. Sie können zum Beispiel ihren Besitzer daran erinnern, Medikamente einzunehmen. Entwickelt wird auch in Richtung Haushaltshilfen und «smarten» Bewegungshilfen, zum Beispiel selbstfahrenden Rollstühlen. Das Potenzial solcher Roboter ist, wenn man Fachleuten glaubt, gewaltig.

Doch wo sind die Grenzen?

In vielen Bereichen werden Roboter schon seit Jahren auf breiter Front eingesetzt, etwa in der Fabrikation von Automobilen und Mikroprozessoren oder auch in der Chirurgie als Operationsassistenten. Doch, Potenzial hin oder her, in der Betreuung und Pflege älterer Menschen durch Roboter, der RoboCare, geht es nicht so schnell vorwärts. Denn es bleiben noch viele Fragen offen. Wo immer Menschen und Roboter miteinander auskommen (müssen), kann es zu unliebsamen Zwischenfällen kommen – die vielgepriesene «Künstliche Intelligenz» hat nach wie vor ihre Schwächen. Wer haftet, wenn etwas passiert? Und wie steht es mit dem Datenschutz? Ist es überhaupt vertretbar, einem pflegebedürftigen Menschen ein Gegenüber zu geben, das keine Seele hat, sondern nur einen Kopf voll Mikrochips?

Die Roboterzukunft ist vielversprechend – und völlig offen

Eines ist sicher: Die Akzeptanz gegenüber Robotern wächst stetig. Die heutige Generation, die ja quasi mit den ersten ernstzunehmenden Vertretern ihrer Art aufwächst, wird irgendwann auch älter und betreuungsbedürftig sein. Und sie wird sich bereits so an die elektronischen Diener gewöhnt haben, dass sie keine Einwände gegen eine Betreuung und Pflege durch diese haben wird. Technische Hilfsmittel und damit auch Roboter werden also in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle für Seniorinnen und Senioren spielen. Aber welche genau, ist noch völlig offen. Denn die Entwicklung der Technik ist schwer vorherzusagen. Und es gilt noch etliche technische und ethische Hürden zu nehmen. Wir bleiben dran!

Interessante Artikel zum Thema Roboter in Pflege und Betreuung:

https://careinfo.ch/de/was-wenn-roboter-uns-pflegen/

https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Wenn-Roboter-Betagte-betreuen/story/25953638

https://www.migrosmagazin.ch/archiv/roboter-wie-du-und-ich

2020-01-31T10:02:37+00:00

Über den Autor:

Christine Thaddey
Ich bin private Seniorenbetreuerin und ganz nach Wunsch meiner Kundinnen und Kunden Buchhalterin, Chauffeuse, Eventmanagerin, Köchin, Sekretärin, Unterhalterin und noch viel mehr. Rufen Sie mich gleich jetzt an 041 810 01 18 oder schreiben Sie mir ein E-Mail. Sagen Sie mir ungeniert, wo Sie persönlich der Schuh drückt und ich zeige Ihnen gerne, wie ich Ihnen bei kleineren und grösseren Problemen helfen kann.

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