Winterlandschaft Heiden 2025

Der Winter existiert sehr wohl noch, auch wenn er heutzutage oft erst im Januar richtig anfängt. In den letzten Jahren jedenfalls war Schnee an Weihnachten eher eine Seltenheit. Der Winter symbolisiert oft das Ende eines Zyklus. Und mit seinem Beginn verbinden viele eine Erneuerung und Transformation mit sich selber und der Natur. Selbst wenn das Land ruht, birgt es das Versprechen neuen Wachstums in sich und macht die kalte Jahreszeit so zu einer Saison für Rituale, Hoffnung und neue Entwicklungen. Der Winter kann gerade für Seniorinnen und Senioren eine besondere Bedeutung haben – und zwar sowohl im positiven als auch im herausfordernden Sinne. Hier ein paar Gedanken dazu. Meine Ausführungen sind natürlich wie immer nicht abschliessend und auch nicht für alle Seniorinnen und Senioren massgebend.

Eine Zeit, um zu geniessen: Erleben Sie die positiven Seiten des Winters

Als private Seniorenbetreuerin höre ich von meinen Kundinnen und Kunden sehr oft, dass sie generell am liebsten zuhause sind. Und ganz besonders im Winter. Ältere Menschen lieben die Ruhe und Besinnlichkeit: So mögen sie auch die stillere Jahreszeit und geniessen gern in ihrer gemütlichen Wohnung eine Tasse Tee in vollen Zügen. Der Genuss wird noch grösser, wenn dann auch noch das Wetter mitspielt und sie durchs Fenster dem Schneezauber draussen zuschauen können.

Der Winter ist darüber hinaus auch die beste Zeit für Hobbys. Je nach Gesundheitszustand ist vieles möglich, und es gibt einiges zu tun – stricken, basteln, lesen, kochen, aufräumen oder Fotoalben sortieren – Tätigkeiten, die Wärme und Zufriedenheit vermitteln. Viele ältere Menschen können aus gesundheitlichen Gründen – oder weil es wegen Eis und Schnee einfach zu gefährlich ist – nicht mehr nach draussen. Dafür werden sie von ihren lieben Familien, Angehörigen oder Freunden umso öfter besucht!

Eine Zeit, um vorzusorgen: Kommen Sie warm durch die kalten Tage

Die Winterkälte ist zwar nicht direkt ungesund, aber sie drückt schon gern etwas aufs Gemüt. Oberste Seniorenpflicht ist es also, nicht zu frieren. Ältere Menschen sollten sich folglich im Winter angemessen «dick» anziehen. Vor allem sollten sie dafür sorgen, dass ihre Hände und Füsse warm bleiben. Sich warm anziehen ist das eine, Räume optimal heizen das andere. Denn andauernde Unterkühlung kann dann schon auch die Gesundheit beeinträchtigen. Eine weitere wichtige Abhilfe gegen die Kälte ist eine ausgewogene Ernährung. Je nachdem gehören auch bestimmte Nahrungsergänzungsstoffe dazu. Ganz wichtig ist etwa die Einnahme von Vitamin D. Und natürlich braucht es, wenn möglich, ein gewisses Mass an Bewegung. Früher sagte man «Abhärtung» dazu, heute nennt an es «Das Immunsystem stärken». Bei Fragen zu Ernährung und Ergänzungsstoffen helfen Ernährungsberaterinnen, Apotheke oder der Hausarzt gerne weiter. Aber wenn es um die Bewegung geht, ist der beste Rat: Gehen Sie auch als Seniorin oder Senior im Winter hin und wieder nach draussen – gut «eingepackt» und mit rutschfesten Schuhen an den Füssen! Eine jüngere Begleitperson wird Ihnen sicher die Handläufe zeigen, für gute Beleuchtung sorgen und Hilfe beim eventuellen Schneeräumen leisten.

Eine Zeit, um beisammen zu sein: Vermeiden Sie psychische Belastungen

Der Winter hat auch seine weniger schönen Seiten: Dunkle Tage, viel Schnee und schlechtes Wetter können dazu führen, dass Seniorinnen und Senioren (noch) weniger hinausgehen oder auch weniger Besuch erhalten. Das kann zu Einsamkeit führen. Zudem kann ein Mangel an (Sonnen-)Licht Stimmungsschwankungen hervorrufen oder saisonale Depressionen auslösen – gerade viele ältere Menschen leiden an einem saisonalen «Winterblues».

Doch dagegen gibt es viele Mittel, einige davon bereits oben beschrieben. Denn der Winter bietet auch vielfach Gelegenheit zur Gemütlichkeit, etwa beim Lesen, bei schöner Musik oder beim Zusammensein mit Familie und Freunden.

Eine Zeit, um aufzupassen: Meistern Sie körperliche Herausforderungen

Der Winter ist nicht ohne seine Risiken: Ältere Menschen haben nämlich oft ein schwächeres Temperaturempfinden, was die Gefahr von Unterkühlung oder Erkältungen erhöht. Deshalb gilt es – wie schon weiter oben beschrieben –, darauf zu achten, dass Sie warme Hände und Füsse haben. Und Ihre Wohnung gut geheizt ist. Glatte Wege und Schnee machen das Gehen schwieriger. Ein Sturz kann schwere Folgen haben. Zudem können tiefe Temperaturen den Blutdruck verändern und das Herz-Kreislauf-System belasten. Auch nimmt im Alter das Durstgefühl ab, oft im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten. Und dadurch steigt das Risiko der Dehydrierung. Wie gut ist da, auch wegen der Kälte, eine Tasse heisse Bouillon – im Winter ist sie besonders für ältere Menschen ideal. Frisch gestärkt, geht es dann viel leichter wieder in die frische Winterluft hinaus, um mit ordentlich, aber nicht zu viel Bewegung das Immunsystems wachzuhalten und der Muskelschwäche und Gelenksteife entgegenzuwirken. Liebe Seniorinnen und Senioren: Kommen Sie gut und gesund durch den Winter!