
Viele Wintersportarten sind auch für Menschen in höherem Alter gut geeignet. Wintersport erfordert von Seniorinnen und Senioren aber gute Vorbereitung, angepasste Ausrüstung und defensives Verhalten (beim Fahren/Laufen); nur so halten sich die Freude an der körperlichen Betätigung und die Sicherheit stets die Waage, und die Sturzgefahr bleibt minimal. Gerade bei den Skisportarten ist gezieltes Kraft- und Ausdauertraining im Vorfeld besonders wichtig. Auch sind das Tragen von Protektoren, das Aufwärmen vor dem Gang auf die Piste sowie regelmässige Pausen sehr empfehlenswert. Zudem sollte das eigene Tempo der körperlichen Verfassung angepasst sein. Ich habe Ihnen hier ein paar besonders empfehlenswerte Wintersport-Optionen für ältere Semester zusammengestellt, und natürlich ist diese Aufzählung wie immer nicht abschliessend.
Skifahren: Schwung ist keine Frage des Alters
Auf einem Paar Ski zu stehen und dabei die Natur zu geniessen und soziale Kontakte zu pflegen, das ist immer ein wunderbares Erlebnis, egal, wie alt oder jung man ist. Die wichtigsten Hilfsmittel für Senioren, um sicher Ski zu fahren, sind eine allgemeine Fitness. Und mit der richtigen Vorbereitung und angepasstem Tempo ist dieser Sport für Körper und Geist bestens geeignet. Er stärkt Muskulatur und Gelenke und sorgt für viel Bewegung an der frischen Luft – gut für das Immunsystem und, bei schönem Wetter, die Stimmung. Gerade das Skifahren in Gruppen ist ein mitreissendes soziales Erlebnis. Gute Aufwärmübungen vor der ersten Abfahrt sind aber Pflicht. Und man sollte genügend Pausen einplanen. Denken Sie auch an die passende Ausrüstung, insbesondere bequeme Schuhe, nicht zu harte Ski, Helm und Rückenprotektoren. Und wählen Sie wann immer möglich Tage für Ihren Skiausflug, an denen die Pisten nicht überfüllt sind. Wer die Schussfahrt auf den dünnen Brettern geniessen will, geht also eher unter der Woche diesem beliebten Sport nach. Und informieren Sie sich schon im Voraus über die stressärmsten Skiangebote!
Winterwandern: Genussvoll zu Fuss durch die weisse Pracht
Viele Seniorinnen und Senioren suchen nach einer idealen Aktivität, um auch in der kalten Jahreszeit fit zu bleiben. Mein Vorschlag: Besuchen Sie die gut präparierten, flachen Winterwanderwege in der Mythenregion (Rotenfluh) oder auf dem Stoos, Sie werden begeistert sein! Wichtig ist auch beim Winterwandern die passende Bekleidung: Festes Schuhwerk, am besten mit Steigeisen, Wanderstöcke für dieStabilität, eventuell auch ein Kopfschutz – all dies ist unerlässlich. Und nehmen Sie warme Getränke, Snacks, Taschentücher und je nach Bedarf auch Medikamente für den Kreislauf mit. Doch keine Sorge wegen der Gesundheit, im Gegenteil: Das Winterwandern ist für viele ältere Menschen sehr gut geeignet, die sich regelmässig nicht nur im Frühling, Sommer und Herbst bewegen wollen. Denn es ist gelenkschonend, fördert die Belastbarkeit von Herz und Kreislauf, verbessert das Gleichgewicht – und ist nicht zuletzt auch auf geräumten Wegen möglich.
Langlauf: Klassisch und fast zu schön für die Jungen
Die «nordische Disziplin» ist – Alter hin, Jugend her – eine der gesündesten Wintersportarten überhaupt. Denn der Langlauf ist ein Ganzkörpertraining. Er sorgt für gleichmässige und kontrollierbare Bewegung und ist besonders gut geeignet für die Betätigung im flachen Gelände, sprich der Loipe.
Speziell für die nicht mehr ganz so «elastischen» Athletinnen und Athleten hat der Langlauf zudem einen ganz besonderen Vorteil: Im Gegensatz zum Laufen oder Joggen entfallen hier die harten Aufprallstösse der Füsse, was Hüfte, Knie und Sprunggelenke schont. Zudem wirkt sich die Bewegung in der Natur positiv auf die Psyche aus und reduziert Stress. Und es befinden sich oftmals weniger Menschen auf den Loipen als auf der «alpinen» Skipiste. Auch ist aller Anfang leicht: Ein Langlaufkurs hilft, die Technik (klassisch oder Skating) richtig zu lernen, wieder aufzufrischen und generell sicherer zu werden. Langlaufen setzt aber schon auch, das muss hier gesagt sein, eine gute Kondition voraus. Und es erfordert die entsprechende Ausrüstung. Und wo tut man es? Langlaufen ist ganz besonders in der traumhaften hochalpinen Märchenlandschaft im Engadin (Celerina) ein Fest fürs Auge und daher sehr populär.
Schlitteln: Auch mit kleinem Tempo ein grosser Seniorenspass
Ob alleine, mit Familie oder einfach nur als Grosseltern – der Spassfaktor beim Schlitteln ist auch für Seniorinnen und Senioren hoch. Denn es ist wenig sportliche Technik nötig, um mit grossem Genuss auf breiten, sanften Bahnen sitzend durch die weisse Pracht zu gleiten. Es empfiehlt sich aber, immer auf das Tempo zu achten (d.h. auf ein gemässigtes) und steile Strecken lieber zu meiden. Wichtig sind zudem eine bequeme Anreise, gute Ausrüstung (Helm, hohe Schuhe, gute Handschuhe, auch zum Bremsen). Und selbstverständlich genügend Berghütten/-restaurants zum zwischendurch Einkehren und die kalten Glieder Aufwärmen. Punkto Auswahl an Schlittelbahnen punktet die Schweiz übrigens mit unzähligen tollen Angeboten für jedes Niveau und Alter.
Schneeschuhwandern: Fördert mehr als nur das Gleichgewicht
Wer im Alltag vielleicht nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen ist, wird das Schneeschuhwandern lieben. Denn diese Freizeit- und Sporttätigkeit ermöglicht ein wirklich «seeeehr» stabiles Gehen. Die Intensität ist frei wählbar und lässt sich je nach körperlicher Verfassung natürlich auch steigern. Doch Obacht: Vor allem Anfängerinnen und Anfängern sei empfohlen, zunächst einmal flache bis sanft hügelige Routen zu wählen, um eine Überlastung zu vermeiden. Ebenso sollten Sie bei der Auswahl der Schuhe, mit denen Sie auf den Schneeschuhen stehen, auf das Gewicht achten: Leichtere Modelle sind oft komfortabler. Und ziehen Sie zusätzlich Gamaschen darüber. Diese verhindern, dass beim Waten quer durch die weisse Winterlandschaft der Schnee in Ihre Schuhe eindringt. Doch das wäre es dann auch schon. Für das Schneeschuhwandern braucht es nämlich keine speziellen Vorkenntnisse. Geführte Touren sind besonders sicher und daher für Einsteiger fast schon ein «Must».
Allgemeine Empfehlungen
Wintersport kennt, wie bereits erwähnt, keine wirklichen Altersgrenzen. Doch wie auch bei anderen Freizeitbetätigungen für alle Semester gilt auch hier: Die Vorbereitung (körperlich wie geistig) ist das A und O. Vorher sollten Sie evtl. ärztlich abklären, wie es um Ihre Gesundheit steht. Auch sollten Sie das Aufwärmen nicht vergessen, unterwegs genügend Pausen einlegen und stets an gutes Schuhwerk und passende Ausrüstung denken. Wie viele Personen Sie dabei sind, spielt keine Rolle: Viele ältere Menschen betreiben ihren Wintersport gerne alleine, andere wollen nur in Gruppen unterwegs sein – und dann gibt es nicht zuletzt auch die, welche für sich eine Seniorenbetreuerin buchen. Da würde dann ich ins Spiel kommen – gerne. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen jetzt schon viel Spass beim Wintersport!