
Nach den «kalten» Wintermonaten freuen sich nicht nur ältere Menschen auf das Erwachen des Frühlings. Die kommenden wärmeren Monate bieten Jungen wie Junggebliebenen vielfältige Möglichkeiten zur Aktivierung der Sinne, des Gedächtnisses und der Bewegung draussen. Ideen gefällig? Beliebte Möglichkeiten sind unter anderem Natur-Erkundungen, Besuche im Zoo oder im Tierpark, die Arbeit im Garten (nun gibt es wieder viel zu tun!), das Singen und Musizieren oder das Basteln mit verschiedenen Materialien. Aber auch das Gedächtnistraining mit Rätseln und Spielen gehört zum bunten Strauss der Betätigungen – ebenso wie Sinnesspiele rund um die Düfte und Geräusche des Frühlings. Es gibt so viele Möglichkeiten, mit Spielen und Aktivierung die Lebensfreude, das Gedächtnis, die Sinne und die Bewegung zu fördern. Niemand ist zu alt dazu!
Gedächtnistraining kann ganz schön vielfältig sein
Es gibt viele Wege, das Gedächtnis auch im Alter fit zu halten. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel ein Quiz mit Fragen zu Blumen, Bräuchen, Wetter, (Haus-)Tieren oder Bauernregeln. Wortfindungsspiele ihrerseits fördern Konzentration und Sprachgefühl, indem sie den aktiven Wortschatz durch kreative Aufgaben aktivieren. Apropos «Worte finden»: Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, Ihre eigene Biografie selbst niederzuschreiben? Eine sicher etwas anstrengende Arbeit, die aber das Gedächtnis ungemein anregt. Sie werden sich wundern, woran Sie sich plötzlich wieder erinnern können!
Tief im Gedächtnis verankert sind bei vielen älteren Semestern auch beliebte (Schweizer) Volkslieder, Jodellieder und klassische Frühlingslieder. Sie gemeinsam in einer Gruppe wieder zu singen, weckt nicht nur Heimatgefühle – sondern auch viele schöne Erinnerungen. Klassiker wie «S’Guggerzytli», «Luegid vo Bärg und Tal» und «Alle Vögel sind schon da» eignen sich hervorragend, um die Stimmung zu heben. Ob aktuell im Frühling oder ganz einfach zu jeder Jahreszeit. Schön, wenn man die Texte noch auswendig kann, und sonst auch nicht schlimm: Dann druckt man sie sich eben vorher aus dem Internet aus, bringt sie in die Gesangsrunde mit und lernt sie neu – bestes Gedächtnistraining! Singen lässt es sich übrigens bestens auch draussen an der frischen, gesunden Luft!
Schärfen Sie Ihre Sinne spielerisch und genussvoll
Zur Schärfung der Sinne hier ein paar Tipps, die ich als private Seniorenbetreuerin gerne anwende – und so auch selbst vom grossen Wissen meiner Klientinnen und Klienten profitiere: Üben Sie sich zum Beispiel darin, Frühlingsdüfte zu erkennen. Können Sie Hyazinthen, Narzissen, Veilchen, Flieder oder Maiglöckchen «herausriechen» und erraten? Ähnlich geht es mit dem Heraushören von Vogelstimmen. Viele Sinne und Denkprozesse werden auch beim «Gärtnern» angeregt – wenn Sie Blumen oder Kräuter pflanzen, ein Hochbeet pflegen, Zimmerpflanzen umtopfen, ansäen und das Wachstum beobachten. Selbstverständlich müssen all diese Aktivitäten im Einklang mit den eigenen geistigen und körperlichen Fähigkeiten stehen. Bekanntlich lassen gewisse Sinnesleistungen wie das Riechen oder das Schmecken im Alter nach. So werden etwa besonders salzige Noten weniger wahrgenommen, während der Appetit auf Süsses grundsätzlich gut bleibt (zum Glück!). Also spricht nichts dagegen, zum Beispiel gemeinsam Wähen, Kuchen usw. zu backen und nachher gemeinsam zu geniessen. Sehr beliebt bei vielen Senioriennen und Senioren ist auch die Zubereitung von Frühlingssalaten oder leichten Gerichten. Da macht nicht nur die Arbeit viel Spass. Und wenn dann die Salate auch noch aus dem eigenen Garten stammen, schmecken sie umso mehr. Und wieder wird das Gedächtnis trainiert: wenn man sich an alte Kochrezepte erinnert und diese austauscht!
Bewegung ist immer auch geistig aktivierend – drinnen und draussen
Nicht nur für den Kopf und das Gedächtnis gilt: Wer aktiv bleibt, ist länger gesund und widerstandsfähig. Bewegungsspiele mit Ball für ältere Menschen sind daher sehr empfehlenswert – und drinnen und draussen möglich. Eines geht zum Beispiel so: Den Ball im Kreis weitergeben, und wer den Ball hat, nennt eine Blume, ein Tier, ein Lieblingsessen usw. Doch Bewegung kann auch so aussehen: Man sitzt auf einem Stuhl, gibt die folgenden Sätze vor und macht diese Bewegung dazu:
«Wir gehen am See spazieren und schauen den Dampfschiffen zu.» → Beine bewegen
«Die Sonne scheint und wir setzen uns die Sonnenbrille auf.» → Arme zum Kopf heben
«Wir schauen den Vögeln nach.» → Kopf hin und her drehen
Auch Hantelübungen, ob im Stehen oder im Sitzen, sind gesund, denn sie sorgen für den Muskelaufbau und verbessern die Koordination. Man kann sie ebenso gut alleine oder auch in der Gruppe machen, und es braucht nicht viel Platz dafür. Und noch einmal: Täglich an der frischen Luft zu sein und oft spazieren zu gehen, wirkt überhaupt immer aktivierend. Denn es regt die Sinne, das Gedächtnis und die Beweglichkeit an. Hauptsache, Sie bleiben möglichst lange aktiv!