
In den letzten 150 Jahren hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz praktisch verdoppelt, von einst 42 auf heute nahezu 84 Jahre. Bei Frauen wie Männern ist sie stetig angestiegen, mit nur einem kurzfristigen Einbruch durch die Spanische Grippe. Diese führte 1918, am Ende des Ersten Weltkriegs, in der Schweiz allein zu schätzungsweise rund 23‘000 Todesfällen. Zwar gab es seither auch hierzulande immer wieder Grippeepidemien und neue Infektionskrankheiten (wie AIDS), aber deren Effekte auf die gesamte Lebenserwartung waren statistisch gering. Auch die neueste Pandemie (Covid-19) hat nur kurzfristig zu einem Einbruch der durchschnittlichen Lebenserwartung beigetragen. (Quellen zu diesen Informationen: François Höpflinger)
Der Lohn des Alters: ein reicher Erfahrungsschatz
Unsere Gesellschaft wird also immer älter. Nur folgerichtig, gewinnt in einer solchen Zeit die freiwillige Arbeit von Seniorinnen und Senioren zunehmend an Bedeutung. Viele ältere Menschen möchten denn auch nach der Pensionierung weiterhin aktiv bleiben, ihre Erfahrungen weitergeben und einen sinnvollen Beitrag leisten. Freiwilligenarbeit bietet dafür eine wertvolle Möglichkeit – sowohl für die Gesellschaft als auch für die (älteren) Menschen selbst.
Ihr Wissen können die Seniorinnen und Senioren in vielen Bereichen einsetzen: an Schulen, in sozialen Einrichtungen und Vereinen, in der Freiwilligenarbeit oder bei der Unterstützung von Familien und jungen Menschen. Besonders in einer schnelllebigen Welt wie derjenigen von heute profitieren jüngere Generationen im Gegenzug von der Ruhe, der Geduld und der Weisheit der älteren Menschen.
Freiwilliges soziales Engagement: unbezahlbar wichtig
Viele Seniorinnen und Senioren besuchen einsame Menschen, helfen in Altersheimen oder engagieren sich bei Hilfsorganisationen. Denn gerade ältere Menschen verstehen oft besonders gut, wie wichtig menschliche Nähe und Aufmerksamkeit sind. Durch ihre freiwillige Arbeit schenken sie anderen Zeit, Trost und Hoffnung. Auch im kulturellen und gesellschaftlichen Leben spielen die älteren Semester eine bedeutende Rolle. Sie organisieren Veranstaltungen, unterstützen lokale Projekte oder engagieren sich im Umweltschutz. Ohne diesen freiwilligen Einsatz würden viele Angebote in Gemeinden und Vereinen gar nicht existieren. Kirchliche Organisationen oder Religionsgemeinschaften sind ebenfalls stark auf freiwilliges Engagement angewiesen. Aufgaben wie Lektorin oder Kommunionshelferin werden heutzutage meistens von Seniorinnen wahrgenommen. Senioren wiederum, die schon immer sehr gerne gesungen haben, nehmen oft ein Amt in einem Kirchenchor an. Gerade in solchen Organisationen fehlt es nicht selten an Nachwuchs.
Freiwilligenarbeit allgemein: für alle von Vorteil
Neben der Gesellschaft ganz generell profitieren auch auch jede Seniorin und jeder Senior selbst vom freiwilligen Engagenment. Wer aktiv bleibt, fühlt sich häufig gesünder, glücklicher und weniger einsam. Der Kontakt mit anderen Menschen stärkt das Selbstwertgefühl und gibt dem Alltag eine neue Struktur. Viele ältere Menschen entdecken durch ihr Engagement sogar neue Interessen und schliessen neue Freundschaften. Leider wird die Leistung älterer Freiwilliger aber oft unterschätzt. Dabei zeigt sich immer wieder, wie unverzichtbar ihr Einsatz ist. Die Gesellschaft sollte deshalb mehr Möglichkeiten schaffen, damit Seniorinnen und Senioren sich engagieren können – beispielsweise durch flexible Angebote, Anerkennung und bessere Informationen über freiwillige Tätigkeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass freiwillig von älteren Menschen geleistete Arbeit ein grosser Gewinn für alle ist. Sie stärkt den Zusammenhalt zwischen den Generationen, unterstützt soziale Projekte und schenkt vielen Menschen neue Perspektiven. Nicht zuletzt den Seniorinnen und Senioren. Denn sie sind so nicht nur Empfänger von Hilfe, sondern auch wichtige Helfer und Vorbilder in unserer Gesellschaft.